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Maximilian Runge-Segelhorst über die Natur unseres Geldes und der Gesellschaft

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Mir wurde eine Podcast-Episode empfohlen, wo der selbsternannte "Finanzphilosoph" Maximilian Runge-Segelhorst als Interviewgast beim Podcast "beyond kpi" über seine Erkenntnisse zum Geldsystem spricht.

Disclaimer: ich bin kein Experte in dem Gebiet, kann auch die Theorien dahinter nicht so genau einordnen und fand die erwähnten Inhalte prinzipiell mal interessant, da sie eine mir logisch erscheindende Alternative zum gängigen Erklärmodell liefert, das auch für mich noch nie so richtig Sinn ergeben hat.

Wenn Herr Runge-Segelhorst deiner Meinung nach Blödsinn erzählt hat, dann freue ich mich über einen Kommentar, wo auch Quellen zitiert werden, wo man nachlesen kann, weswegen das Erwähnte nicht korrekt sein sollte.

Episodeninformationen

Die Episode ist auch via YouTube veröffentlicht worden. Die Shownotes sind auf listennotes zu finden. Datun zu finden sind unter anderem die Liste an Aha-Momenten vom Podcast-Host:

Neoklassik auf dem Prüfstand – eine Theorie, die Unsicherheit und Macht systematisch ausblendet.
Geld als Infrastruktur – Bargeld, Kontoguthaben, Staatsanleihen: alles Schuldscheine, alles gestaltbar.
Staatsschulden ≠ Problem – sondern Privatvermögen und Teil einer funktionierenden Demokratie.
Inflation neu gedacht – „Inflation ist ein Verteilungskonflikt. Verteilungskonflikte sollten machtsoziologisch analysiert werden – und nicht mechanisch.“
Gefahr Anarchokapitalismus – warum Bitcoin als „digitales Gold“ demokratiefeindliche Mythen befeuert.

Meine Notizen

Als Teaser, damit du dir die knapp 90 Minuten Podcast eventuell ebenfalls anhörst, habe ich hier meine Notizen reinkopiert:

Skeptik

Wenn wir aus vielen Gründen wirklich mal den Neoklassizismus loswerden sollten, sollten wir uns die MMT durchaus mal näher ansehen und durchdenken.

Ich habe kurz mal ein paar Online-Artikeln überflogen, die die MMT kritisiert haben und fand jeweils relativ rasch heraus, dass die MMT in diesen Artikeln nicht so wiedergegeben wurde, wie hier von Maximilian Runge-Segelhorst beschrieben wurde.

Oft wird die MMT so falsch verkürzt, dass man gemäß MMT endlos Geld drucken möchte. Das ignoriert wiederum den wesentlichen Faktor der begrenzten natürlichen Ressourcen, den man hier nicht einfach außer Acht lassen darf, da er ebenfalls integraler Bestandteil der Theorie ist.

Insofern schaute es für mich aktuell so aus, als ob zumindest manche Kritiker bewusst oder unbewusst die MMT falsch widergeben, um gegen sie Stimmung zu machen.

Wer eine wirklich gute MMT-Kritik findet, darf sie gerne unten als Kommentar mitteilen.

Kommentar: Siegfried Kurz

Es erreichte mich folgender Kommentar:

Aber es ist schon so, dass die MMT von Leuten instrumentalisiert wird, die sich für eine Erhöhung der Staatsausgaben aussprechen. Und wenn die dann noch hören, der Staat kann in eigenem Geld nicht pleite gehen, dann sind die noch mehr erfreut.
Schon diese zentrale Aussage mit dem "Nicht pleitegehen" ist zwar formal korrekt, aber dennoch völlig irreführend. Was nutzt es einem Staat, Geld zu emittieren, das niemand mehr halten will, da es durch zu grosse Geldmengen entwertet wurde. Und entscheidend ist eben nicht nur der Binnenwert, sondern auch der Aussenwert. Und der wird bei zu grossem Geldmengenzuwachs eben abnehmen.
Die Bürger werden das früher oder später merken und sich weigern, das Geld zu halten und sich in ausländische Währungen flüchten.
Der Staat ist nicht pleite, aber hat das öffentliche Gut Geld durch Entwertung zerstört. Was soll daran positiv sein?
Ein zweites Problem der MMT ist, dass sie bei uns und in den meisten Staaten gar nicht anwendbar ist, da eben nicht der Staat das Geld emittiert, sondern meist eine mehr oder weniger unabhängige Zentralbank.
In der Eurozone ist das jedenfalls so. Wäre dem nicht so gewesen, hätte es das Griechenlandproblem nicht gegeben.
Ich kann Ihnen leider kein Paper mit weiterer MMT-Kritik liefern, allerdings einen Blog, aus dem ich selber sehr viel über unser Geldsystem gelernt habe: https://soffisticated.wordpress.com/
Ein zweiter Hinweis wäre dieses Video, in dem eine Sicht auf Held präsentiert wird, die zumindest teilweise auf empirischen Erkenntnissen beruht. Gleichzeitig stimmt sie mit der allgemeinen Ansicht über Geld, die man auch gesunden Menschenverstand nennen könnte, überein. Es ist die Ansicht, die ich weiter oben beschrieben habe und die eben der MMT widerspricht. [[https://www.youtube.com/watch?v=zvut4oK9S80 ][Geldtheorie und Inflation - Interview mit Ingo Sauer]].

Nun, ich bin da kein besonderer Experte in diesem Gebiet aber wie ich die Argumente verstanden habe ist es so, dass es sehr wohl Grenzen gibt, um eine Abwertung zu verhindern. Nur ist diese Grenze nicht durch die Verfügbarkeit von Geld sondern die Verfügbarkeit der nicht-monetären Ressourcen gekennzeichnet.

Insofern würde sich der Widerspruch hier durchaus auflösen, da man sehr wohl darauf achten müsste, dass aus besagten Gründen der Staat sich kein Problem erschafft.

Danke für die weiterführenden Links. Ich werde sie mir bei Gelegenheit ansehen.

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